Sie sind dabei, einen lieben Menschen zu verlieren - oder Sie haben einen gerade einen lieben Menschen an den Tod verloren. Viele Dinge sind in der Zeit vor dem Begräbnis zu tun. Wir möchten Ihnen bei der Bewältigung in der Zeit vor dem Begräbnis hilfreich zur Seite stehen. Sie sollten Wissen: in der Zeit vor dem Begräbnis treffen Sie Entscheidungen für eine anschließend erfolgreiche oder weniger erfolgreiche Trauerarbeit. Neben der Indexseite bitte ich Sie auch die Seite "an einen Vater" und "warum ich dokumentiere" zu lesen.

Im Hebammen und Bestattungsrecht wird vielfach zwischen Leibesfrüchten (=still geborenen Kindern) und Leichen (außerhalb des Mutterleibes verstorbene Menschen) unterschieden.

Klinikintern gibt es differenztierte Betrachtungsweisen, was für Medizinier wichtig sein mag, aber nicht nur bei Angehörigen für Verwirrung sorgt, sondern auch bei Rechts- und Völksanwälten, bei Gerichten und Bestattern. Es folgen nachvollziehbare Beispiele:

Klinikinterne Krankenakte: Lebend geborene Kinder erhalten nach Ausstellung ihrer Geburtsurkunde ihre eigene Sozialversicherungsnummer. Daher ist der Krankenakt von still- und lebend Neugeborenen ein Bestandteil der mütterlichen Krankenakte. Diesem Umstand verdanken wir Ärzte mit folgender Sichtweise:

Dr. Fiala (gyn.med.at): Nur ein lebend geborenes Kind, dem eine Geburtsurkunde/Sozialversicherungsnummer zu seinen Lebzeiten ausgestellt wurde, ist ein Kind. Dr. Fiala unterstützt die Würdigung z.B. in Form einer Bestattung: Wenn die Schwangere vor dem med. mir sagt, das Sie nach dem med. Eingriff das ihr entnommene Gewebe gerne mit nach Hause nehmen möchte, etwa um das ihr entnomme zu beerdigen, habe ich nichts dagegen einzuwenden. Schön ware, wenn die Schwangere ein wasserdichtes Gefäß mit Deckel (Schraubverschluss) - beschriftet mit dem Namen der Schwangeren und ihrer Sozialversicherungsnummer - mitbringt und mir bzw. meinen Angestellten vor dem Eingriff überreicht. Meine Reaktion: als Mutter von zwei still geborenen Kindern sage ich "Kind von Zeugung an", aber das Angehörige auch das Ihnen entnomme Gewebe würdigen und einem begräbnis zuführen dürfen, finde ich Spitze!.

Dr. Ruzicka, MA 15: Kinder, die in Verbindung mit einem Medizinischen Eingriff den Mutterleib verlassen haben, müssen in Wien - auch wenn Sie über 120 mm Scheitel- Steißbein- Länge aufweisen -  keiner Totenbeschau zugeführt werden. Diese Kinder sind einem Blinddarmgewebe, Krebsgeschwür gleichgestellt und werden daher Klinikintern dem Klinikmuell zugefuehrt, landen in der Forschung, dienen den Medizinstudenten bei der Ausbildung ec Ausnahme: die Schwangere hat vor dem med. Eingriff gesagt, das Sie das Ihr entnommene Gewebe gerne beerdigt wissen will. Im Auftrag der MA 15 können seit Dezember 2000 Beerdigungen in der Gruppe 35b am Wiener Zentralfriedhof angeboten werden, etwa die Sammlung/Kremierung von Fehlgeburten in der Feuerhalle - Wien Simmering und anschließend deren Verabschiedung in der Halle 3 am Wiener Zentralfriedhof sowie die letzte Ruhestaette in der Urnengruft/ Gruppe 35b. Dieses Prozedere ist auch als Sammelbegräbnis von Fehlgeburten bekannt.

zur Erinnerung: als medizinische Eingriffe zaehlen alle Formen eines Schwangerschaftsabbruchs, z.B. auf Grund der Fristenlösung, auf Grund einer pränatalen Diagnose, auf Grund einer Eileiter-, Bauchhöhlen- und Ovarien- (= Eierstock-) schwangerschaft, wenn eine Schwangerschaft nach einem Unfall/ Gewaltaktion beendet werden muss, aber auch die Einnahme von Tabletten, welche der  Austreibung eines still geborenen Kindes dienen und die Kürretage! Auch die Pilleneinnahme zur Verhinderung einer Einnistung einer befruchteten Eizelle zaehlt als med. Eingriff dazu. Aber auch Cürretage, nachdem ihr Kind im Mutterleib von alleine starb. Zum Thema Curretage oder kleine Geburt gibt es das Projekt BUBU.

Damit ein Kind eine Geburtsurkunde erhält, muss die Anzeige einer lebend erfolgten Geburt ausgefüllt werden, starb ein Kind außerhalb des Mutterleibes erfolgt die Anzeige eines Todesfalles. Manchesmal schreiben Klinikangestellte die Daten eines lebend geborenen, kurz nach der Geburt verstorbenen Kindes,  also alle Fakten auf die Anzeige eines Todesfalles. Das Standesamt macht (weil das richtige Papier in Form der Anzeige einer lebend erfolgten Geburt fehlt) aus einem lebend geborenen Kind ein still geborenes Kind. Angehörige: achtet im eigenen Interesse vor dem Begräbnis auf die inhaltlich richtige behördliche Dokumentation eures Kindes!

Erst wenn ein lebend geborenes Kind lebend zum ersten Mal die Klinik verlassen hat, wird es - behördlich betrachtet - zu einem Menschen mit allen ihm zustehenden Rechten. Wenn ihr Kind einerseits lebend den Mutterleib verlassen hat, aber versicherungsrechtlich nicht lebend die Klinik verlassen hat, achten Sie bitte beim Standesamt, Friedhofserhalter, Bestatter, ec. rechtzeitig um inhaltlich richtige Dokumentation - denn z.B. ist in vielen Religionen für still geborene Kinder ein anderer Beerdigungsritus vorgesehen als bei lebend geborenen Kindern. - solche Unterschiede gibt es auch z.B. in Wien bei Begräbnissen im Auftrag der MA 15 = seit 6.12.2000 in der Gruppe 35b am Wiener Zentralfriedhof! Still geboren und unter 500 Gramm schwer wird im Auftrag des Wiener Gesundheitsamtes gesammelt & kremiert, sonst einzeln in einem 1/2 Erwachsengrab in der Gruppe 35b beerdigt.

Zum Thema "Rechte deines Kindes"

schreibt Mag. Elisabeth Widensky zahlreiche für Wien gültige wichtige Hinweise.

Wurde eine Leiche gefunden, darf die Leiche nicht berührt oder verlagert werden! Ohne einen ausgestellten Totenschein/ Leichenbegleitschein kann der Bestatter keinen Leichentransport durchführen/ verrechnen. Die Friedhofsverwaltungen benötigen keinen Totenschein/ Leichenbegleitschein!

Wenn zu Hause gestorben wurde: Rufen Sie den Hausarzt des Kranken bzw. den Notarzt, der den Tod feststellen und alles weitere (Ausstellung des Totenscheins/ Leichenbegleitschein als Ergebnis einer durchgeführten Totenbeschauung) veranlassen wird, in einem Krankenhaus, Altersheim, Spital ec. wird das Klinikintern in Gang gesetzt. Wenn Sie eine Leiche im öffentlichen Raum (Park, Gasthaus ec.) finden, ist die örtliche Polizei/Rettung/Feuerwehr/ THW der erste Ansprechpartner. Sie können auch einen Bestatter ihrer Wahl anrufen, und ihn darum bitten die mit dem Begräbnis in Verbindung stehenden Behördenwege zu übernehmen. Rechtlich betrachtet darf jeder Bestatter diesen Liebesdienst tun. Dazu gehört auch, das er um die Leichenbeschau beim zuständigen Gesundheitsamt ansucht.

Eine rituelle Waschung bzw das Einkleiden des Verstorbenen darf erst nach erfolgter Totenbeschau durchgeführt werden.

Klinikintern wird darum geben, das  Sargbeigaben als auch Totenkleidung dem Verstorbenen auf seinen Weg zur Pathologie/Prosektur bereits beigelegt wird. Achten sie darauf, das Totenkleidung als auch Sargbeigaben leicht verrotbar, also in der Natur vorkommend sein müssen. Sind sie Unsicher: fragen Sie ihren Bestatter.

Kremieren? Der Körper wird "verbrannt", indem man diesen in einem einfachen Holzsarg zum glühen bringt, die Asche wird z.B. in einer Urne bestattet, kann aber auch in manchen Ländern dem Wind oder Wasser übergeben werden. Auch Schmucksteine können aus der Asche gestaltet werden.

Beerdigen? Der dafür ausgesuchte Sarg ist meist schmuckvoller gestaltet, kann z.B. bemalt oder mit Schnitzereien individuell - gestaltet werden. Dieser Sarg wird der Erde übergeben.

Nehmen Sie Kontakt mit einem Bestattungsinstitut ihrer Wahl auf, sofern der Verstorbene keine Bestattungsvorsorge getroffen hat. Selten bleibt die Zeit - doch richtiger wäre es, sich Kostenvorschläge von mehreren Bestattern zukommen zu lassen, um anschließend die richtige Wahl treffen zu können. Eine Beerdigung stellt sich u.a. aus folgenden Kosten zusammen: Totenkleid (kann Kleidung von Lebenden sein), Sarg, Sarginnenausstattung, Sargbeilage, Leichentransport /Überstellung, Friedhofsgebühr (z.B. wenn noch kein Grab besteht), Verabschiedung (Nutzung der Leichenhalle), religiöse Reliquien z.B. Kreuz oder Rosenkranz in den Händen des Verstorbenen, Kreuz auf den Sarg, Kreuz auf das Grab, Totengräber, Blumen in der Verabschiedungshalle, Blumen auf den Sarg - und wenn das Grab geschlossen wurde z.B. ein Kranz/ Bukett. Wenn religiöser Beistand erbeten wird: Ausgaben für den Pfarrer/Pastor/ Geistlichen etwa für den Aussegnungs- bzw. Gedenkottesdienst, läuten der Totenglocke usw. In Rücksprache mit Bestatter (und Geistlichen) wird der Bestattungstermin festgesetzt.

Trauerkarten werden verwendet, um entfernt lebende Verwandte und Freunde vom Tod eines Familienmitgliedes zu informieren, aber auch um die Angeschrieben zur Verabschiedung, zum Begräbnis, zur Gedenkfeier ec. einzuladen. Andere verteilen die Trauerkarten mit totenbildern zur Erinnerung an die gemeinsam erlebte Verabschiedung direkt im Anschluss an die Verabschiedung/ Begräbnis. Trauerkarten  mit und ohne Foto vom Verstorbenen können Sie hier selbst online gestalten.

Mancherorts ist es Brauch, eine Anzeige Online, z.B. auf der Webseite des Bestatter oder auf sternenkind.info und/ oder in der örtl. Tageszeitung zu schalten.

Möglichst vor dem Begräbnis sollte noch folgendes erledigt werden:

  • Standesamt/ Gemeindeamt (erstellt die Sterbeurkunde) 

  • Hausverwaltung (wenn auf den Verstorbenen Verträge für die Wohnung/Haus liefen, z.b. Miete, Strom, Wasser, Feuerversicherung, Hausratversicherung, Hundeversicherung)

  • Versicherungsgesellschaften vom Ableben verständigen z.B. Krankenkasse, Pensionsversicherung, Hausratversicherung, Lebensversicherungen 

  • Geldinstitute, (auf laufende Kredite achten! Dauer- und Abbuchungsaufträge löschen! Gibt es Bausparverträge und Sparbücher ec.?)

  • Postamt (um die Brief- und Paketzustellung zu Ordnen) bzw. Fernmeldeamt (um Rundfunk, Fernsehen, Telefon ec. ab- oder um zumelden)

Kranz oder Bukett: Ein Kranz kann wie ein Bukett etwa durch die Wahl der Blumen oder Blütenfarben ein Ausdruck des Glaubens sein. Um eine Überfülle von Blumenschmuck zu vermeiden, könnte man aber auch daran denken, im Sinne des Verstorbenen um eine Spende für ein bestimmtes Projekt zu bitten, oder für ein besonderes Anliegen des Verstorbenen. Bedenken Sie auch, das die abgeschnitteten Blumen rasch welken und binnen Frist - welche von Friedhof zu Friedhof unterschiedlich sein kann - wieder weggeräumt sein muss!

Totenwache: (meist am Tag vor der Begräbnisfeier)
Nach einem kurzen Besuch in der Aufbahrungshalle wird in der Pfarrkirche für den/die Verstorbene(n) gebetet.

Zum Begräbnis selbst können Sie Grabschmuck mitbringen, z.B. einzeln zu streuende Blumen, Rosenblätter, Engel, Schmetterlinge, Sterne und/oder Luftballons ...

Beileids- oder Kondolenzkarten: Menschen, die einem etwas bedeuten, konnte man gut leiden. Jemanden leiden können heißt, ihn gern haben auch und gerade, wenn er leidet am Tod eines Menschen. Gerade jetzt braucht er Beistand, also unser Bei-leid. Am besten können wir unser Mit-leiden durch einen Besuch bei den Angehörigen des Toten ausdrücken. Unmittelbar nach dem Tod kann man den Angehörigen eine Karte oder einen Brief schreiben. Unterstützen Sie niemals aufdringlich und/oder ungefragt! Aber wenn Sie unterstützen möchten, dann in Alltagsdingen, wie dem Einkauf, täglich ein aufwärmbares Essen, Unterstützung bei der Betreung von minderjährigen Kindern oder pflegebedürftigen Familienangehörigen usw.

Totenmahl: das Totenmahl wird - je nach Zielsetzung - vor und/oder nach dem Begräbnis gestaltet. Es kann aus Kaffee und Kuchen, kalten Platten für ein Abendessen oder auch aus warmen Speisen (etwa zu Mittag) gestaltet werden. Ziel vor dem Begräbnis kann sein, in der Gemeinschaft die Trauer leichter zu bewältigt, den Verschiedungs- und Begräbnisablauf inhaltlich gemeinsam zu gestalten  und vorzubereiten. Nach dem Begräbniss trifft sich die Verwandschaft auch, um zusammen zu sitzten. Man spricht über den/die Verstorbene(n) und überlegt miteinander, wie es in der Versorgung von Hinterblieben (Partner, minderjährigen Kindern, Haus- und Hoftieren, pflegebedürftigen Familienmitgliedern ec.) weitergehen kann.

Messe für Verstorbene lesen lassen: Dahinter steht die gute Absicht, z.B. 40 Tage nach dem Begräbnis der Verstorbenen weiter zu Gedenken und sie Gott zu empfehlen. In der Mitfeier der heiligen Messe bekennen die Angehörigen, Freunde und Nachbarn ihren Glauben und ihre Hoffnung, dass die Verstorbenen in der Gemeinschaft mit Gott leben, das sie an ein leben nach dem Tod glauben usw. Häufig wird eine damit in Verbindung stehende Geldspende wird für Kirchenbezogene Anliegen (Kerzen, Heizung, Blumen, ...) bzw. für die Mission in der 3. Welt verwendet.

Totengedenken: Häufig wird im Auftrag der Angehörigen nach einem Jahr in einem Gottesdienst der/des Verstorbenen gedacht. Zwischen Mitte Okt., zu Allerheiligen, am 2. Adventsonntag, am 2. Sonntag im Dezember, am 28.12. (Tag der unschuldigen Kinder) wird der Verstorbenen gedacht, indem man z.B. die Namen des vergangenen Jahres vorliest und bei Gebet/ Mediation und Kerzenschein an Sie denkt.

Selten - aber ab und zu doch - sind in der Selbsthilfegruppenszene verstorbene Kinder mit dem Begriff "Schmetterlingskinder" gemeint - häufiger werden früh verstorbene Kinder "Sternenkinder" genannt.

Auf folgenden Webseiten finden Informationen für Angehörige früh verstorbener Kinder in Österreich/ Austria  ( sternenkind.info)

Deutschland  Schweiz   Italien (deutsch)  Italien (ital.)  BelgienEngland/United Kingdom  Nederlands  Australia USA  Gästebuch 

Als Schmetterlingskinder werden häufig Kinder mit der Hauterkrankung Epidermolysis Bullosa bezeichnet. Weiterführende Informationen dazu finden Sie hier

   Diese Spirale steht für Werden und Vergehen  

 


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